EZB-Leitzinssenkung – Welche Geldanlage lohnt sich noch?

05 Dez 2013

EZB-Leitzinssenkung – Welche Geldanlage lohnt sich noch?

Anfang November beschloss die Europäische Zentralbank eine erneute Senkung des Leitzinssatzes auf 0,25 Prozent. Nachdem schon im ersten Halbjahr ein historischer Tiefstwert von 0,5 Prozent erreicht wurde, sinken damit die Zinsen auf bisher unerreicht niedriges Niveau. Was Kreditnehmer freut, sorgt bei Anlegern für Sorgenfalten. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihr Geld allerdings weiterhin gewinnbringend anlegen.

Der Leitzins und seine Auswirkungen

Als Leitzins wird der Zinssatz bezeichnet, zu dem sich Kreditinstitute Geld bei der Zentralbank leihen können. Um Verluste zu vermeiden, werden Änderungen beim Leitzins für gewöhnlich zeitnah an die Bankkunden weitergeben. Im aktuellen Fall einer Senkung, schrumpfen also auch Anlagen– und Kreditzinsen.

Begründet wird die aktuelle Herabsetzung unter anderem mit der derzeit sehr niedrigen Inflationsrate im Euro-Raum. Um einen Rückgang des Preisniveaus und eine Teuerung für Kredite zu vermeiden, wird deshalb das Zinsniveau gesenkt, um positive Anreize für Investitionen durch Unternehmen zu schaffen. Gerade in den krisengebeutelten Ländern im Süden Europas sind diese dringend nötig, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nachhaltig zu bekämpfen. Da aber die gesamte Währungsunion von der Leitzinssenkung betroffen ist, müssen auch deutsche Sparer ihr Geld klug anlegen.

Die besten Zinsen immer im Blick

Im Moment liegen die Zinssätze einiger Banken noch über der Inflationsrate von 0,7 Prozent. Das heißt, angelegtes Guthaben steigt tatsächlich an. Allerdings wird dieser Zustand möglicherweise nicht sehr lange anhalten. Die Erfahrung zeigt, dass die Banken eine Zinssenkung relativ schnell an ihre Kunden weitergeben, um Verluste zu vermeiden. Deshalb gilt: Suchen Sie immer wieder die Anbieter mit den besten Konditionen und wechseln Sie gegebenenfalls die Bank. Da häufig Startboni vergeben werden, können Sie so doppelt profitieren. Der Aufwand kann sich also durchaus lohnen. Beachtenswert sind außerdem Offerten mit Zinsgarantie. Gerade wenn Sie jetzt schnell reagieren, können Sie sich noch relativ hohe Zinssätze für einen langen Zeitraum sichern.

Auf einem Tagesgeldkonto sollten Sie allerdings nicht ihre gesamten Ersparnisse lagern. Die Summe sollte ausreichen, um schnell auf finanzielle Engpässe oder unerwartete Ausgaben vorbereitet zu sein. Alles was darüber hinausgeht, kann aber besser verzinst werden. Eine Option für Ihre zusätzlichen Ersparnisse bietet ein sogenanntes Festgeldkonto. Abhängig von der Laufzeit können Sie sich dort weitaus bessere Konditionen sichern als beim Tagesgeld. Wie man aktuell den Medien entnehmen kann , werden Anlagen über fünf Jahre derzeit etwa mit 2,4 Prozent verzinst.

Alternative Anlagen

Wer frei verfügbares Kapital zur Hand hat, kann aktuell auf eine gute Ausbeute am Aktienmarkt hoffen. Da durch die Zinssenkung die Investitionsfreudigkeit vieler Unternehmen zunehmen sollte, werden in einigen Sparten steigende Kurse vorhergesagt. Allerdings lohnt sich eine Anlage in Wertpapieren nur dann, wenn größere Summen über einen längeren Zeitraum investiert werden. Da das Risiko von Einbußen nie ausgeschlossen werden kann, sollten Sie diesen Schritt nur wagen, wenn Sie den Verlust des Geldes notfalls verschmerzen können. Eine langfristige Kapitalanlage bietet der Bau einer Immobilie. Da auch die Bauzinsen derzeit im historischen Tief stecken, ist der Zeitpunkt für ein Bauvorhaben ideal.

Die richtige Anlage lohnt sich noch immer

Die Leitzinssenkung hat wie erwartet erste negative Auswirkungen für Sparer. Wer allerdings schnell reagiert und immer flexibel bleibt, hat weiterhin die Chance, sein Geld zu guten Konditionen anzulegen. Besser als im Sparstrumpf oder unter der Matratze ist Ihr Geld also immer noch bei der Bank aufgehoben.

Über die Autorin:

Die Gastautorin Caroline Scherr lebt in Berlin und arbeitet als Redakteurin für den Finanzdienstleister Dr. Klein und das Online Finanzportal vergleich.de. Unter anderem betreut sie das Dr. Klein und das vergleich.de Blog.

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